14 Minuten

IT Anschütz 14 MinutenDie Wiesen waren gemäht. Traditionell eine hervorragende Gelegenheit, etwas für das Niederwild und gegen zu hohe Fuchsbesätze zu tun! Jagdfreund Olli, zusammen mit Kumpel Tim Pächter eines fast benachbarten Revieres hier in Darmstadt, schlug vor, morgens zusammen einen langen Wiesengrund abzudecken. Wer KEINEN Fuchs erlege, der müsse das Frühstück bezahlen.

Ich hatte in unserem Revier eine längere Diskussion mit einer Rotte gehabt, die einen Roggen schwer zurichtete und sich partout nicht als kooperativ erweisen wollte. Um 0.44 Uhr brach ich die Unterhaltung ab, die Sauen hatten sich wohl endgültig in den nahen Raps verzogen. Olli schrieb ich per SMS: „Du hast ne halbe Stunde Vorsprung, aber ich fliege!“

Es dämmerte bereits, als ich den Sitz im nebligen Grund erklomm. Einmal zeigte sich kurz ein Fuchs am Waldrand, keine Chance aber. Immer heller wurde es, immer heller… Plötzlich ein Jungfuchs, der leicht überriegelt mäuselte. Ich fuhr mit, zögerte, zog meinen Lochschaft fester ein, immerhin rund 90 m… – den sollte ich haben, oder?
Aber was war das? Nochmal etwa 40 m weiter schnürte sofort wieder einer hinter der kleinen Erhebung hervor! Ich repetierte, rumms! – den hatte ich fallen sehen.
„Bist Du eingeschlafen? 2:0!“ schrieb ich Olli.
Eigentlich rechnete ich mit nichts mehr und freute mich schon auf das Frühstück, als sich weit hinten wieder ein Fuchs zeigte, der zügig weg zog. Das war richtig weit, für meine Verhältnisse jedenfalls! Immer weiter schnürte der schmale Freibeuter weg, ich musste ihn regelrecht anbrüllen, damit er sich eindrehte – satter Kugelschlag und Überschlag auf nicht ganz 200 m! Wieder mal ein Hoch auf den Lochschaft und meine 1780! Auf mein „3:0, pennst Du?“ Kam ein aufgeregter Anruf: „Ich hab verschlafen, ich fahr sofort los, ich krieg Dich noch!“ Von wegen: als ich auflegte zeigte sich just Nr. 4! Gab´s denn das? Unglaublich! Ich war total verdattert, musste mich für die 140 m noch mal richtig zusammenreissen, aber dann lag auch der nächste Hühnerdieb.

Was für ein Morgen: 4 Füchse in nicht einmal 14 Minuten. Das passt in meine bisherige Saison, ich glaube, Diana mag mich dieses Jahr!

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