Meine Ausrüstung

Wärmebildgeräte Quantum Pulsar

Vor einigen Jahren habe ich anlässlich eines Tests für ein Jagdmagazin zum ersten Mal ein Wärmebildgerät in der Hand gehabt – unglaublich. Ich habe noch nie einen jagdlichen Ausrüstungsgegenstand in der Hand gehabt, der alles so dermaßen revolutioniert und über den Haufen wirft.

Wärmebildgerät

Die Geräte zeigen einem jede Wärmequelle auch auf große Entfernungen und durch kleinste Lücken hindurch, in der hellsten Mittagssonne genau so wie bei Stromausfall im Tunnel. Das macht nicht nur Ansitze deutlich unterhaltsamer, weil man eben plötzlich viel mehr Wild oder übrige Tiere sehen und beobachten kann, sondern eben viele Jagdarten auch deutlich erfolgreicher – und sicherer! Insbesondere beim Pirschen ist man eben viel früher vorgewarnt, wo was wie steht, und kann sich damit viel besser darauf einstellen, ein Kunde nannte das sehr treffend einen „entscheidenden Erkenntnisvorsprung.
Die Einsatzbereiche sind vielseitig: Ansitz, Nacht- oder Tagespirsch, Hasenzählung, Frühentdeckung von gestelltem Wild bei Nachsuche/Drückjagd, sofortiges Beobachten beschossener und frühzeitiges Entdecken erlegter Stücke und natürlich das Entdecken von Frischlingen, die ihre Mutter umschwirren. Nicht zuletzt sind aber auch Hunde oder Menschen im Hintergrund eines beabsichtigten Schusses zu erkennen. Man braucht zwar auch hier direkten Sichtkontakt, aber es reichen eben kleinste Lücken.

Ich habe mehrere Marken quergetestet und bin vom Gesamteindruck deutlich bei Pulsar hängen geblieben, die ich auch selbst vertreibe. Je nach eigenem Investitionswillen und jagdlichen Gewohnheiten liegen diese Geräte grob zwischen 1.300,- und 4.000,- EUR. Ich berate Sie gerne – allerdings deutlich eher aus der Praxis als technisch…

Anschütz 1780 DFL (SoftGrip), .30-06 Springfield

Wie bei allen Ausrüstungsgegenständen orientiere ich mich auch bei den letztlich entscheidenden, den Gewehren nämlich, an deren Praxistauglichkeit. Es nützt mir nichts, wenn etwas schön verziert ist, aber nichts trifft; oder in der Theorie schnell und leise repetiert, in der Praxis aber nach zwei Regentropfen und einem halben Sandkorn im Getriebe den Dienst e2013-11-22 13.59.24instellt. Meine Waffen sind Arbeitsgeräte, die viel (v)ertragen müssen!

Als Kugelwaffe führte ich jahrelang einen uralten 98er, der sich bestens geschlagen hatte, aber irgendwann schlicht ausgeleiert war. Die Neue im Haus war dann eine 1780 DFL von Anschütz, das damals erste Großkaliberjagdgewehr der im Schießsport so erfolgreichen Ulmer Waffenschmiede. Das D steht für einen abstandsverstellbaren, sehr trockenen Direktabzug, das FL für eine offene Fluchtvisierung. Zum ersten Mal hatte ich einen Lochschaft gewählt, was sich als sehr gute Entscheidung erwies; der wiederum wurde nach einiger Zeit im Vakuum mit einer dünnen Kunststoffhaut überzogen, „Softgrip“ genannt.

Das gute Stück hat mich überall hin begleitet und sich hervorragend bewährt. Es hat in seinem Leben bis heute vermutlich nicht mehr als fünf Tropfen Öl gesehen, aber obwohl es durch den Dreck gezogen, triefnass und von zig Hunden betrampelt wurde, auf pakistanische Steine aufgeschlagen oder mit weißrussischem Eis bedeckt, beim Pirschen, Durchgehen oder bei „Krabbel-Nachsuchen“ im Einsatz war und eher selten einen warmen, trockenen Hochsitz von innen gesehen hat: es hat noch nicht eine einzige Roststelle und war immer zuverlässig. Der Schlossgang ist heute noch absolut einwandfrei, erst allmählich und nur an der Kante des Pistolengriffes schimmert das Holz des Schaftholzes durch die extrem beanspruchte Kunststoffbeschichtung.

Der Abzug und seine Einstellbarkeit sind sehr angenehm, die Schießleistungen der Büchse mit Sicherheit deutlich besser als meine persönlichen. Die Fluchtvisierung wird vom Auge gut erfasst, der Lochschaft liegt bestens und erleichtert zum Beispiel das Tragen, Halten und den Anschlag der Waffe enorm – wenn vorhanden werde ich mich immer wieder für einen entscheiden!
Fazit: Für Pirsch, Ansitz und Drückjagd auf jeden Fall ein „Daumen hoch!“

Tschechischer Brocken

SLB Benelli Argo, .30-06 Springfield
Ich habe ja den Spleen, auf Drückjagden meist mit zwei Waffen zum Stand zu gehen. Die 1780 ist meine erste Wahl, wenn es darum geht, auch mal einen etwas weiteren oder präziseren Schuß z.B. auf Rehwild abzugeben, da ich bei diesem eher zarten Wild immer besonders auf möglichst wildbretschonende Schüsse achte.

Für das schnelle Flüchtigschießen aber gibt es meiner Meinung nach keine bessere Lösung als eine SLB, in meinem Fall eine Argo. Ich habe 2007 aufgrund meines schweren Jagdunfalles mehrere „Automaten“ getestet. Die Argo bekam ich dann letztlich von meinen Freunden geschenkt, sie hat mir aber tatsächlich bisher auch am besten gefallen. Durch den Ladevorgang und die Dämpfungs-elemente im Kunststoffschaft lässt sie sich butterweich schießen und schlägt kaum aus der Ziellinie, ein erheblicher Vorteil. Die Bedienung ist einfach, insbesondere die Magazine lassen sich nicht nur schnell wechseln, sondern sind im Gegensatz z.B. zu denen von Sauer extrem angenehm laden und sind durch die zick-zack-Zuführung sehr kompakt.

Schön wäre ein Lochschaft, dann würde man aber die Dämpfungselemente opfern müssen; viele würden sich wohl eine Handspannung wünschen. Ich würde einen etwas besseren Abzug bevorzugen, aber insgesamt hat meine Argo mir schon wirklich tolle Tage bei Drück- und Erntejagden bereitet. Beim Pirschen kann das fehlende Repetiergeräusch in der ersten Verwirrungs- und Orientierungsphase einer Rotte nicht selten zu einem weiteren Erfolg verhelfen.

Wieder bunt!

Beretta Silver Pigeon, 12/76
Meiner Flintenbegeisterung konnte auch mein Unfall, bei dem ich fast den rechten Arm an eine Ladung 2,5er Schrote verlor und dem ich bleibende Schäden an der Abzugshand zu verdanken habe, keinen Abbruch tun. Nachdem ich auch hier früher alte Klapperdinger führte, habe ich mich irgendwann zu einer Neuanschaffung durchgerungen, die allerdings für die Jagd und das Tontaubenschießen gleich geeignet sein sollte. Die Wahl fiel auf eine Silver Pigeon von Beretta – und auch das war eine gute Entscheidung. Schon mit dem Standardschaft und den werksseitig mitgelieferten Schaftkappen lag mir die Italienerin wirklich gut und ich schoss endlich einmal auch auf dem Stand zumindest für mich beachtliche Trap- und Skeetergebnisse.

Die Flinte, der ich inzwischen wegen meiner Hand einen Maßschaft verpasst habe, ist sehr sauber verarbeitet, robust, zuverlässig, schwingt gut und ist durch die Multi-Chokes und den Magnumbeschuss für alles gerüstet –hoffentlich auch für die nächsten jagdgesetzlichen Kapriolen aus dem Berliner Tal der fachlich Ahnungslosen…

Benelli Vinci, 12/76
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Vor ein paar Jahren planten ich für meine jährlichen Drückjagdgruppen eine Saujagd in Tunesien. Da in ganz Nordafrika gezogene Läufe verboten sind, musste ich aufrüsten: auch hier musste ein Automat her! Das obligatorische „Umhören“ brachte immer wieder den Hinweis auf Benelli, hier in meinem Preissegment eben die Vinci. Leider bekamen alle Mitstreiter aufgrund der politischen Lage in Tunesien kalte Füße, letztlich sagte auch der Veranstalter die Reise ab. Aber ich hatte dat Dingen ja schon, und was soll ich sagen: auch meine dritte Italienerin war ein ausgesprochener Volltreffer.
Die dem Reiseziel angepasst in „Dessert“, also sandfarben gehaltene SLF ist super führig und verdaut alles von 24 bis 56 Gramm, ich habe mit ihr schon wirklich sehr ordentliche Jagdtage zum Beispiel auf Enten und Tauben erlebt und bilde mir ein, wirklich sehr, sehr brauchbar mit ihr zu schießen. Ich weiß zwar nicht, ob ich es irgendwann noch mal auf marokkanische, algerische oder tunesische Sauen schaffe oder die Planungsaufregung völlig umsonst war – aber Vinci war jedenfalls ein Gewinn, das ist sicher.

NachtsichtgerätNachtsichtgerät ZEISS Victory NV 5,6×62
Nachtsichtgeräte haben einen etwas anderen Anwendungsbereich als Wärmebildgeräte: Ihr Bild arbeitet mit Lichtaufhellung, so dass man damit auch kalte Dinge wie z.B. Geweihstangen, Rehwildspiegel, Schwartenstrukturen und -farben oder Pinsel ansprechen kann, was mit Wärmebildgeräten eher schwierig bis unmöglich ist.
Das Zeiss hat dabei nach meiner Einschätzung die gewohnt gute Qualität und bietet eine recht hohe Grundvergrößerung bei leichter Handhabung, man kommt gut damit zurecht.

FernglasFernglas ZEISS Victory HT 10×54 und Victory SF 8×42
Ich gebe offen zu: Ich bin und bleibe einfach Zeiss-Fan, auch bei den Ferngläsern. Die Victory-Serie ist sehr lichtstark, gewohnt bildscharf und von ausgesprochen leichter Bauweise, was für mich beim Pirschen wichtig ist. Ist die Lichtstärke einmal nicht der entscheidende Faktor, greife ich auf das sogar noch leichtere SF 8×42 zurück.

Zielfernrohr ZEISS Victory HT 3-12×56
Insbesondere beim Pirschen kann mir alles passieren, vom Nahkampf bis zu weiter entfernten Stücken etwa auf einer großen Stoppelfläche. Deswegen brauche ich unbedingt ein variables Glas, wobei die Vergütung des HT sehr lichtdurchlässig ist. Die Bildschärfe ist auch hier quasi logisch, der Leuchtpunkt ist für jedes Lichtverhältnis sehr fein abdimmbar. Vielleicht steige ich irgendwann demächst auf ein V8 um, um ein anderes Zoom-Spektrum nutzen zu können, aber zufrieden bin ich auch so sehr.

Zielfernrohr

V8Drückjagdglas ZEISS Victory V8 1,1-8×30
Schon durch die Hunde und meine Drückjagdgruppen bin ich in jedem Jahr auf einer ansehnlichen Anzahl von Ernte- und Bewegungsjagden. Dabei sind Flexibilität und schnelle Zielerfassung ein noch wichtigerer Faktor als im Pirsch-Bereich, daher bin ich hier bereits auf ein V8 umgeschwenkt – und höchst zufrieden, denn dieses Glas hat schon in seiner ersten Saison bei mit hervorragende Arbeit geleistet, auch dieses kann ich nur empfehlen.

Taschenlampen LedLenser P7.2 und MT6

Taschenlampen müssen bei mir angepasst lichtstark, ausdauernd, handlich und robust sein. Schon seit Ewigkeiten führe ich daher LedLenser-Versionen, vor allem die für mich perfekte P7.2 und die zwar etwas dickere, aber mit einer Batterieanzeige ausgestatte MT6 und bin damit wirklich sehr zufrieden.

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